Eine Woche nach dem torlosen Topspiel zuhause gegen Engers – musste sich Fußball-Rheinlandligist FSV Trier-Tarforst am Sonntagnachmittag erneut mit einem Punktgewinn zufrieden geben – als man auswärts bei der SG Neitersen nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus kam. Ferner war dies ligaübergreifend das zehnte Spiel in Folge ohne Niederlage für die Elf um Chef-Trainer Christian Esch.
Graues Wetter konnte gute Stimmung nicht trüben
Der Himmel dunkel und grau – der Wind kühl und eisig. Das Wetter im Westerwald war nichts für Frostbeulen. Ein kleiner Vorgeschmack auf den Winter – da konnte selbst das Fußballspiel auf der freudigen Emma keine Hitzewallung auslösen. Knapp zwanzig Fans aus dem Trierer Höhenstadtteil fanden am ersten November-Sonntag den Weg nach Neitersen. Gut gelaunt nach einer amüsanten Busfahrt – wurde der FSV gastfreundlich empfangen und gleich auf reichlich Kölsch eingeladen. Das gute Verhältnis zwischen diesen beiden Clubs wurde schnell untermauert. Nun war man gespannt auf das Sportliche – dass aber heute nicht mit einem Tarforster Sieg belohnt wurde.
Emma bleibt ein schweres Geläuf…
Das auf der Emma die Trauben hoch hängen ist für den FSV längst kein Geheimnis mehr. Noch nie konnte man auf der launigen “Diva“ gewinnen – so auch heute. Dabei sah es anfangs gar nicht mal so schlecht aus für die im blauen Dress auflaufende Tarforster Elf. Munterer Auftakt beider Teams – mit einer leichten Dominanz in den Farben des FSV. So verbuchte der Trierer Vorstadt-Club bereits nach zehn Minuten die erste dicke Chance durch Kapitän Bernhard Heitkötter (10.). Einen Wimpernschlag später versuchte es der FSV erneut – lenkte aber wiederum das runde Leder nur knapp am Gehäuse vorbei (11.). Besser machte es schließlich nach einer Viertelstunde Philipp Hermes, der den Ball im Anschluss eines Freistoßes aus knapp zwanzig Metern direkt ins Westerwälder Tor zur Tarforster Führung bugsieren konnte (15.). Nun kamen aber auch die Hausherren besser ins Spiel und setzten prompt zwei Minuten nach dem Tarforster Tor ein dickes Ausrufezeichen – fanden aber letztendlich ihren Meister in FSV-Keeper Johannes München (17.). Der erste “Aufreger“ des Spiels ließ auch nicht lange auf sich warten – als die Pfeife des Unparteiischen nach einem vermeintlichen Stürmer-Foul an Michael Hassani stumm blieb und Neitersen’s Marco Scholz im Anschluss frei vor München den Ball in die Maschen zum 1:1-Ausgleich zirkeln konnte (20.). Neitersen war nun hellwach und notierte in den Folgeminuten weitere dicke Chancen – am Ende ohne Erfolg. Die letzte Möglichkeit vor der Pause sahen die rund 130 Zuschauern jedoch bei den Gästen – als Philipp Hermes nach einem weiten Einwurf von Michael Hassani nur knapp zur erneuten Führung vergab (44.).
Bei beiden Teams fehlte der Plan
Im zweiten Durchgang sahen beide Lager nun ein hektisches Spiel. Keiner der Teams hatte den sprichwörtlichen Plan in der Tasche. Viele Ballverluste – weite und hohe Bälle und das fehlende Glück vor dem Tor. Fortuna war überall – nur nicht auf der Emma, wo zwei Teams verzweifelt versucht haben, den erlösenden “Siegtreffer“ zu erzielen. Was fehlte war der “goldene“ Pass. Zielgenau vor das Tor – für Abstauber perfekt, doch auch dies ließen beide Teams im grauen Westerwald vermissen, wo nun eine mehr als hitzige Schlussphase begann. Die letzten Minuten hatten es in sich. Nichts für schwache Nerven – flog der Ball nun wie im Ping-Pong quer über das Feld. Selbst eine Druckphase der Gäste in der Nachspielzeit brachte den FSV nicht auf den erhofften Thron. Es blieb beim Remis mit jeweils einem Tor. Ein Duell unter Freunden – mit einem unterm Streich gerechten Ergebnis.
Stimmen
Christian Esch (Chef-Trainer Tarforst): „Neitersen hat so gespielt wie wir es erwartet haben. Zudem hat uns die frühe Führung perfekt in die Karten gespielt. Bis dato hatten wir das Spiel auch glasklar im Griff gehabt. Ärgerlich war nur der schnelle Ausgleich den wir uns wenige Minuten später gefangen haben. Sicherlich hätte man das Foul an Michael Hassani vor dem Ausgleich pfeifen können. Aber blickt man auf den gesamten Spielverlauf – hat sich Neitersen den Punktgewinn dann schon mehr als verdient. Was wir uns vorwerfen müssen ist, dass wir auf die einfache Spielweise des Gegners nicht reagieren konnten. Unterm Strich waren wir einfach zu zweikampfschwach und müssen demnach mit diesem Punktgewinn auch zufrieden sein“.
Werner Gorges (Vorstand Tarforst): „Ich möchte mich noch einmal herzlichst bei der SG Neitersen für eine tolle Gastfreundschaft bedanken. Wir haben uns alle sehr wohl gefühlt und können denke ich mal auch beide gut mit diesem Unentschieden leben. Danke auch an den Fan-Schal – der nun im Tarforster Clubheim einen besonderen Platz einnehmen wird. Schon jetzt freuen wir uns die SG Neitersen in Tarforst begrüßen zu können“.
André Mergener (Pressesprecher Tarforst): „Ein toller Verein und tolle Fans. Die Chemie stimmt und wurde heute wieder einmal mehr untermauert“.
Spiel-Infos
So spielte der FSV Trier-Tarforst: München – Hassani – Haubrich – Mühlen (63. Picko) – Schirra (63. Herkenroth) – Hermes – Thielen – Heitkötter – Stüber – Decker (79. Meyer) – Thömmes
Tore: 0:1 (15. Hermes) – 1:1 (20. Scholz)
Schiedsrichter: Alexander Mürtz (Mendig)
Zuschauer: 130
Weiter geht es für den Tarforster Tross nun am kommenden Samstag (12. November) – wenn man vor eigener Kulisse um 17:30 Uhr die Spielgemeinschaft aus Malberg und Rosenheim empfängt!
Aus Neitersen berichtete André Mergener






















